Die Bundestagswahl 2025 rückt mit großen Schritten näher. Für private Immobilieninvestoren ist dieses Datum von besonderer Bedeutung, denn mögliche Regulierungen und finanzpolitische Veränderungen können sich direkt auf Renditen und den Wert des Immobilienportfolios auswirken. Steigende Zinsen, diskutierte Klimagesetze oder eine mögliche Vermögensteuer – all das entscheidet sich in den kommenden Jahren in Berlin. Doch welche Partei schafft das beste Umfeld, um Investments zu schützen und zu entwickeln?
Vor diesem Hintergrund haben wir uns die Positionen der wichtigsten Parteien angesehen und diese sachpolitisch bewertet. Dabei konzentrieren wir uns auf drei Schwerpunkte:
Regulatorische Eingriffe in den Mietmarkt
Steuerpolitik rund um Immobilienbesitz und -ertrag
Klimapolitik mit ihren Folgen für Gebäudesanierungen und -standards.
Alle übrigen Aspekte blendet dieser Artikel aus, um einen klaren Fokus auf die Bedürfnisse privater Immobilieninvestoren zu legen.
Disclaimer: Dies ist keine Wahlempfehlung, sondern ausschließlich eine Orientierung für private Immobilieninvestoren, die ihre Investitionen im Blick haben.

CDU/CSU
Bei der Union standen in ihrem Wahlprogramm 2021 und in nachfolgenden Positionierungen klare Statements gegen starre Mietregelungen im Fokus. Die Partei hat sich etwa wiederholt dagegen ausgesprochen, Mieten umfassend zu deckeln, und verweist stattdessen auf moderatere Formen der Mietpreisregulierung. Gleichzeitig betont sie, den Kauf von Wohneigentum – insbesondere für Familien – erleichtern zu wollen und begrüßt eine marktwirtschaftliche Herangehensweise beim Klimaschutz. Ein europäischer Emissionshandel gilt hierbei als wichtiges Instrument, um CO₂-Reduktionen zu erreichen, ohne Eigentümer zu stark durch Sanierungspflichten zu belasten.
In steuerpolitischer Hinsicht signalisiert die CDU/CSU, dass sie keine zusätzliche Vermögensteuer einführen und auch den Besitzer von Immobilien nicht durch neue Steuererhöhungen übermäßig belasten möchte. Diese Grundhaltung macht die Union für viele Investoren attraktiv. Gleichzeitig verfügt sie traditionell über hohe Koalitions- und Regierungsaussichten, was die praktische Umsetzungswahrscheinlichkeit ihrer Programmpunkte begünstigt.
SPD
Die SPD verfolgt eine deutlich mieterorientierte Linie und hat sich in vergangenen Wahlprogrammen für die Verlängerung und Verschärfung der Mietpreisbremse ausgesprochen. In den Diskussionen um eine mögliche Vermögensteuer hebt der linke Parteiflügel hervor, dass sehr große Vermögen stärker besteuert werden sollten. Allerdings ist strittig, ob und wie diese Pläne verfassungsrechtlich umgesetzt werden können.
Darüber hinaus setzt die SPD auf eine sozial ausgewogene Klimapolitik, die Hauseigentümer nicht übermäßig belasten soll, gleichzeitig aber klare Vorgaben für den Gebäudesektor vorsieht. Dieser Ansatz zielt darauf ab, energetische Sanierungen voranzutreiben und gleichzeitig Mieterinnen und Mieter zu schützen. Für private Immobilieninvestoren liegt die Partei damit im Mittelfeld der Investorenfreundlichkeit: Sie propagiert zwar keine Enteignungen großer Wohnungsunternehmen auf Bundesebene, befürwortet aber vermehrte Regulierung und kann sich – je nach Koalitionslage – auch steuerliche Mehrbelastungen für Immobilieneigentümer vorstellen. Da die SPD jedoch oft Teil der Regierung ist, ist ihre Umsetzungswahrscheinlichkeit hoch.
FDP
Die FDP lehnt staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt, etwa Mietendeckel oder Preisbremsen, kategorisch ab und favorisiert stattdessen einen vollständig marktgesteuerten Mietpreis. Dazu tritt sie entschlossen gegen jede Form einer Vermögensteuer auf und spricht sich für Entlastungen im Immobiliensektor aus, etwa durch Senkung der Grunderwerbsteuer.
Auch beim Klimaschutz verfolgt die FDP einen Ansatz, der auf marktwirtschaftlichen Instrumenten beruht. Sie möchte beispielsweise den Emissionshandel ausweiten, anstatt Hauseigentümern über energetische Vorgaben festgelegte Maßnahmen aufzubürden. Aus reiner Investorenperspektive klingt dies sehr attraktiv, da weniger Regulierungsdruck und Belastungen drohen. Die Umsetzungsstärke der FDP hängt jedoch von ihrem Verhandlungsspielraum in Koalitionen ab, der wiederum von Wahlergebnissen und Partnerkonstellationen abhängig ist.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen stellen den Klimaschutz ins Zentrum ihrer Politik, weshalb sie den Gebäudebereich als wichtigen Hebel zur Reduktion von CO₂-Emissionen betrachten. Frühere Wahlprogramme enthielten konkrete Vorhaben, einen verbindlichen Plan für klimaneutrale Wärmeversorgung und hohe Standards bei energetischen Sanierungen festzulegen. Solche Konzepte bedeuten für Investoren häufig zusätzliche Kosten, wenn sie ihren Bestand modernisieren müssen.
Parallel dazu plädieren die Grünen für eine stabilere, juristisch wasserdichte Mietpreisbremse, um die Mieterinnen und Mieter vor steigenden Kosten in beliebten Lagen zu schützen. Bei sehr großen Vermögen, zu denen umfangreiche Immobilienportfolios zählen, hält die Partei eine höhere steuerliche Beteiligung für gerechtfertigt. Das verringert die Attraktivität für Investoren, doch die Grünen sind spätestens seit der Regierungsbeteiligung in der Ampel-Koalition ein einflussreicher Akteur. Dies unterstreicht ihre hohe Umsetzungswahrscheinlichkeit, zumindest in Teilen ihrer Agenda.
AfD
Die AfD zeigt sich in ihrem Parteiprogramm ausgesprochen liberal im Hinblick auf private Eigentumsrechte und lehnt staatliche Mietregulierung vehement ab. Sie möchte Eigentümer durch Steuersenkungen oder gar Abschaffung bestimmter Steuerarten (wie der Erbschaftsteuer) entlasten und betrachtet Maßnahmen zum Klimaschutz in Gebäuden meist als übertrieben oder unnötig.
Für private Immobilieninvestoren klingen diese Forderungen sehr attraktiv, da sie kaum Beschränkungen und keine zusätzlichen Abgaben befürchten müssten. Allerdings ist die AfD derzeit politisch weitgehend isoliert, sodass es an realistischen Koalitionsaussichten fehlt. Ihre Programmpunkte werden daher in der Praxis kaum Chancen auf Umsetzung haben, was die Umsetzungswahrscheinlichkeit stark einschränkt.
Die Linke
Die Linke verfolgt eine radikal mieterorientierte Politik, die bis zu Forderungen nach einem Mietendeckel und der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen reicht. Eine zentrale Idee besteht darin, Mieterinnen und Mieter durch rigide Preisbremsen vor Verdrängung zu schützen. Darüber hinaus pocht die Partei auf eine stärkere Besteuerung von großen Vermögen und hohen Immobilienwerten, um mehr finanzielle Mittel für soziale Zwecke zu erhalten.
Auch beim Klimaschutz argumentiert Die Linke, dass Eigentümer einen Großteil der Kosten tragen sollten, um den sozialen Wohnraum nicht zu verteuern. Für private Investoren birgt das Programm damit ein hohes Maß an Unsicherheit und zusätzlichen Belastungen, sollte es je umgesetzt werden. Allerdings sind die Chancen auf eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene gegenwärtig gering, weshalb die Partei aus Investorensicht zwar sehr kritisch, aber mit niedriger Realisierungswahrscheinlichkeit bleibt.
Fazit für Immobilieninvestoren
Aus rein pragmatischer Perspektive erscheinen CDU/CSU und FDP am investorenfreundlichsten, da sie große Eingriffe in den Mietmarkt und hohe Steuerbelastungen überwiegend ablehnen. Die FDP vertritt insbesondere bei Steuern und Klimavorgaben eine sehr liberale Linie, benötigt aber oft starke Partner in Koalitionen, um ihre Vorstellungen durchzusetzen.
SPD und Grüne sind im Kern sozial- bzw. ökologisch orientiert und legen mehr Wert auf Mieterschutz, Umweltschutz und eine gerechtere Verteilung von Vermögen. Für Investoren kann dies steigende Kosten durch Modernisierungen und Mietpreisregulierungen bedeuten. Allerdings sind diese Parteien häufig regierungsfähig, was ihre Vorhaben – zumindest in Teilen – realistisch macht.
Die AfD formuliert scharfe Kritik an Regulierungen und Steuern, überzeugt damit theoretisch Investoren, hat aufgrund ihrer politischen Isolation aber eine sehr geringe Umsetzungswahrscheinlichkeit. Die Linke vertritt die stärkste mieterorientierte und systemkritische Haltung gegenüber großen Immobilienportfolios, ihre Realisierungschancen sind jedoch – bislang – ebenfalls gering.
Disclaimer: Dieser Artikel ist keine Wahlempfehlung. Er beleuchtet aus Sicht privater Immobilieninvestoren, wie sich unterschiedliche Parteiprogramme und -positionen auf den Immobiliensektor auswirken könnten. In der Praxis hängt viel von Koalitionsverhandlungen, möglichen Kompromissen und unvorhersehbaren Ereignissen ab. Private Investoren sollten sich daher möglichst umfassend informieren und anpassen, sobald konkrete Gesetze in Kraft treten oder angekündigt werden.
Schlussgedanke
Die politische Landschaft vor der Bundestagswahl 2025 zeichnet sich durch vielfältige Ansätze aus, die auf die Herausforderungen bei Wohnraumknappheit, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz im Gebäudebereich reagieren. Als Immobilieninvestor lohnt es sich, frühzeitig die möglichen politischen Veränderungen einzuplanen – gerade dann, wenn hohe Investitionen in Energieeffizienz oder zusätzliche Steuerlasten absehbar werden könnten.
Ob und in welchem Maße die jeweiligen Parteiprogramme realisiert werden, hängt letztlich von den Wahlergebnissen und Koalitionsverhandlungen ab. Wer sich auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, kann auch in einem sich wandelnden Marktumfeld langfristig erfolgreich investieren.
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